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Wolfstieg-Wiki Wolfstieg-Gesellschaft

Die Wolfstieg-Gesellschaft stellt sich vor · Versionsgeschichte

Dies ist die aktuelle Fassung vom 27.08.2026, 14:18, geschrieben von Giovanni Grippo .

Die Wolfstieg-Gesellschaft stellt sich vor

Am 19. Mai 1861 fand die Gründung des Vereins deutscher Freimaurer statt. Die Satzung stellte fest, dass sein Zweck das Systematisieren wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der Freimaurerei wäre. Die Veröffentlichung der Sammlung von maurerischen Handschriften und Urkunden solle in Zusammenarbeit mit ausländischen Großlogen erfolgen.
Die Anfänge der Wolfstieg-Gesellschaft, die erst vier Jahre (1926) nach Wolfstiegs Tod seinen Namen erhielt, gehen u.a. auf Ignatius Aurelius Feßler (1756-1839) zurück, der Anfang des 19. Jahrhunderts einen »Bund scientifischer Freimaurer« leitete (Horn, Historiographie, S. 8).
In einer Sitzung des »Vereins deutscher Freimaurer« des Jahres 1913 wurde unter Berufung auf den genau hundert Jahre zuvor von Feßler gegründeten Forschungs-Bund eine Gesellschaft zur Förderung freimaurerisch-wissenschaftlicher Forschung etabliert.
Ihr Namensgeber ist der Freimaurer August Wolfstieg (1859-1922), Verfasser der »Bibliographie der Freimaurerischen Literatur« und von dem »Werden und Wesen der Freimaurerei« sowie anderer nachhaltiger Werke, die sich mit den Werten und dem Innenleben der Freimaurerei beschäftigen.
1914 wurde Wolfstieg von dem Freimaurer Alfred Unger aufgefordert, die geistesgeschichtlichen Ursprünge und Zusammenhänge der deutschen Freimaurerei geschichtlich klarzulegen.
1920, zwei Jahre nach dem Ende des ersten Weltkrieges, lagen die Forschungsergebnisse in dem dreibändigen Werk »Ursprung und Entwicklung der Freimaurerei« vor. In den Folgejahren entstand eine Ergänzung in zwei Bänden. Die Abschlussarbeiten konnte Wolfstieg aufgrund seiner fortschreitenden Erblindung nicht mehr persönlich durchführen. Die Veröffentlichung der beiden Bände übernahm daher der Freimaurer Alfons Dirksen. Das Gesamtwerk wurde unter dem Titel »Werden und Wesen der Freimaurerei« veröffentlicht.
Nach den Wirren der Hyperinflation wurde die Gesellschaft 1926 wiedererrichtet und schließlich 1935 zusammen mit allen anderen freimaurerischen Organisationen durch das Nazi-Regime verboten.
Bereits seit 2018 entstand aus einer lockeren bundesweiten Forschungsgruppe, die zuerst ohne Organisationsform forschte eine Gemeinschaft mit dem Wunsch, die erlangten Erkenntnisse auch einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Als sie 2020, im Rahmen von virtuellen Meetings der V-Loge, auf die 1913 gegründete Wolfstieg-Gesellschaft stieß, wurde sie zum dritten Mal ins Leben gerufen.
Am 30. Mai 2020 fand die konstituierende Sitzung der Wolfstieg-Gesellschaft als unabhängige Förder- und Forschungsgesellschaft mit Sitz in Bad Homburg vor der Höhe statt, damit sie ihren über 100-jährigen Förderauftrag von Neuem nachkommen kann. Bad Homburg wurde als Vereinssitz gewählt, weil dort die Wiederbelebung des Vereins 1926 erfolgt war. Drei Tage zuvor beging die gleiche Gruppe den 98. Todestag von August Wolfstieg.
Die Wolfstieg-Gesellschaft veröffentlicht mehrere Druckschriften im Jahr, die Fördermitglieder im Rahmen ihres Beitrages von z.Z. 48,00 € im Jahr kostenfrei und automatisch erhalten. Das dazugehörige FML Online-Magazin erscheint in unregelmäßigen Abständen. Als unabhängige Gesellschaft kann jeder Mitglied werden, der das 18. Lebensjahr erreicht hat. Nur Freimaurer und Freimaurerinnen können Mitglied für z.Z. 72,00 € werden und erhalten damit Stimmrecht in der Mitgliederversammlung der Wolfstieg-Gesellschaft.
Darüber hinaus wurden bereits unterschiedliche Abordnungen bundesweit gegründet und weitere sind aktuell in Planung. Die örtlichen Abordnungen haben zum einen die Aufgabe die regionalen Logen und Vereine zu vernetzen und zu unterstützen, sowie auch die Öffentlichkeit durch Vorträge und Veranstaltungen über die Freimaurerei zu informieren. Es wurden bisher u.a. örtliche Abordnungen in Berlin, Bad Homburg, Basel (Schweiz), Bielefeld, Edmonton (Kanada), Hamburg, Kleve, Koblenz, Mannheim und Sete Lagoas (Brasilien) gegründet. Zudem gibt es Abordnungen, die bundesweit und online tätig sind, wie »gemischt«, »freimaurerinnen« und »virtuell«.
Die Mitglieder haben es sich insbesondere zur Aufgabe gemacht, aus der unglaublichen Menge an freimaurerischer Literatur der letzten 300 Jahre die Juwelen, die außergewöhnlichen Werke zu extrahieren und als Neuauflagen einem breiten Publikum wieder zur Verfügung zu stellen. Es wurden bisher 14 Online-Magazine und 15 WSG-Bücher veröffentlicht, sowie neun Bücher erworben und allen Mitgliedern, Fördermitgliedern und Ehrenmitgliedern zur Verfügung gestellt.
Die Gesellschaft versteht die freimaurerische Forschung jedoch nicht ausschließlich als historische Forschung. Die Gegenwarts- und Zukunftsforschung haben einen vergleichbaren Stellenwert. So bietet die Wolfstieg-Gesellschaft über die Abordnungen den örtlichen Logen auch Lösungen für organisatorische Fragen oder fertige Konzepte für Gäste- und Interessiertenveranstaltungen an. Die Recherchen in diesem Forschungsfeld münden derzeit in der 1. Auflage des Buches »Der Gästeabend: Vier Stufen zum Logenaufbau« (2022) mit der ISBN 978-3-942187-42-8, welches im Buchhandel erhältlich ist.
In regelmäßigen Abständen finden des Weiteren bundesweit Kolloquien sowie Symposien statt. Davon hat die Wolfstieg-Gesellschaft bis dato neun veranstaltet: in Basel, Bonn, Dreieich, Mannheim, Potsdam, Schwetzingen und Wilhelmsbad.

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