Wolfstieg Gesellschaft e. V.
Die Wolfstieg-Gesellschaft e. V. ist ein eingetragener Verein zur Förderung unabhängiger freimaurerisch-wissenschaftlicher Forschung. Sie steht Freimaurerinnen, Freimaurern und Nichtfreimaurern gleichermaßen offen und gehört selbst keiner Loge, keiner Großloge und keiner anderen freimaurerischen Vereinigung an. [1]
Zweck
Der Verein fördert die unabhängige Freimaurerforschung und will zugleich dem Gespräch zwischen Freimaurern und Nichtfreimaurern eine Grundlage geben. Beteiligt sind Historiker, Akademiker, Hobbyhistoriker und Freimaurer. Erreicht werden soll das durch öffentliche Vorträge und Kolloquien, durch Informationsmaterial und eigene Publikationen sowie durch die Unterstützung von Vorhaben Dritter, die dem Vereinszweck dienen.
Den Auftrag dazu leitet die Gesellschaft von ihrem Namensgeber selbst ab:
Wir müssen wieder Arbeiten [Publikationen] als Arbeiten aus den Bauhütten [Logen] auf den Markt bringen, denen die Mitwelt die Achtung nicht versagt. Mindestens sollten wir solche Arbeiten ständig unterstützen; das geschieht aber noch wenig […] ja oft wird der Anfertigung solcher Arbeiten von Logen geringes oder gar kein Interesse entgegengebracht.
Namensgeber
Benannt ist die Gesellschaft nach August Wolfstieg (1859–1922), der sein Leben der Freimaurerei und ihrer Erforschung gewidmet hat. 1899 wurde er in die Loge „Pythagoras zum flammenden Stern" in Berlin aufgenommen, deren Vorsitzender Meister er von 1901 bis 1904 war. Von ihm stammen die Bibliographie der freimaurerischen Literatur und das fünfbändige Werk Werden und Wesen der Freimaurerei (1920–1922); die Abschlussarbeiten daran konnte er wegen fortschreitender Erblindung nicht mehr selbst ausführen, die Veröffentlichung der beiden Ergänzungsbände übernahm Alfons Dirksen. [2]
Nicht Wolfstiegs Ämter, sondern sein Lebenswerk gaben den Ausschlag für die Namensgebung — so bereits 1926, als die Gesellschaft posthum nach ihm benannt wurde.
Geschichte
Die Wurzeln reichen weiter zurück als die Gründung: a 1861 war der Verein deutscher Freimaurer gegründet worden, dessen Satzung als Zweck das Systematisieren wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der Freimaurerei festhielt.
1913 wurde in einer Sitzung dieses Vereins die Gesellschaft zur Förderung freimaurerisch-wissenschaftlicher Forschung gegründet. Der Erste Weltkrieg verzögerte den Aufbau: Erst 1916 konnte sich bei der ersten Hauptversammlung ein Vorstand konstituieren. 1922 starb August Wolfstieg; 1926 erhielt die Gesellschaft, die während der Inflationszeit vorübergehend ruhte, in Bad Homburg vor der Höhe seinen Namen. 1935 wurde sie wie alle freimaurerischen Organisationen vom nationalsozialistischen Regime verboten, geschlossen und aufgelöst.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Wiederbelebung erwogen, kam angesichts des geschwächten Zustands der deutschen Freimaurerei aber nicht zustande. Erst am 27. Mai 2020 erfolgte die Wiedergründung, in Gedenken an August Wolfstieg und sein Lebenswerk.
Arbeit und Veröffentlichungen
Die Gesellschaft gibt Hefte und Bücher heraus und veranstaltet Kolloquien, Vorträge und Online-Treffen in Präsenz wie im Netz. Vierteljährlich erscheint das FML Magazin, ausschließlich in digitaler Form. Fördermitglieder erhalten die übrigen Veröffentlichungen im Rahmen ihres Jahresbeitrages zugesandt und haben Zugang zu einer Online-Bibliothek mit über 8.000 freimaurerischen Büchern im PDF-Format. [3]
Mitgliedschaft
Einen Aufnahmeantrag stellen kann, wer das 18. Lebensjahr vollendet hat; ebenso Personengemeinschaften und juristische Personen. Für die Fördermitgliedschaft ist die Zugehörigkeit zu einer freimaurerischen Organisation nicht erforderlich. Freimaurerinnen und Freimaurer weisen ihre Zugehörigkeit zu einer Loge oder Großloge samt Grad nach. Neben Einzelpersonen können auch Freimaurerlogen Mitglied sein.
Örtlich gliedert sich die Gesellschaft in Abordnungen; daneben besteht die Abordnung „Virtuell", die ortsunabhängig arbeitet.
Anmerkungen
- aDie Gesellschaft selbst führt ihre Vorgeschichte auf Ignatius Aurelius Feßler (1756–1839) zurück, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts einen „Bund scientifischer Freimaurer" leitete. Auf ihn berief man sich 1913 ausdrücklich — genau hundert Jahre nach dessen Gründung. ↑
Quellen
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Willkommen*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/, abgerufen am 17. August 2026 ↑
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Historie*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/historie/, abgerufen am 17. August 2026 ↑
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Mitgliedschaft*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/mitgliedschaft/, abgerufen am 17. August 2026 ↑
Literatur
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Historie*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/historie/
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Mitgliedschaft*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/mitgliedschaft/
- Wolfstieg-Gesellschaft e. V. (o. J.). *Willkommen*. https://wolfstieg-gesellschaft.org/
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